#PeakGermany: Das Ende eines Mindsets

WM-Aus, DB Ausfall, LH mit Schäden am Boden, Audi-CEO im Gefängnis, CDU-CSU, … #newGermans wo seid ihr?

Seit gestern ist es amtlich: Das deutsche Modell, die Erfolgswelle der letzten 15 Jahre, bricht und wir werden mit dem aufgeriebenen Bauch mit der letzten kleinen Welle an den Strand gespült. Nicht nur, dass heute mein LH-Flug nach Frankfurt mit technischem Schaden am Boden blieb, der DB-Zug von Frankfurt nach Mannheim ausfiel und der Ersatzzug, laut Ansage 30 Minuten, in Wirklichkeit jedoch über 60 Minuten Verspätung hatte. Der „Vorsprung durch Technik“-CEO von Audi sitzt im Gefängnis, anstatt Mobilität neu zu denken, und die politische Landschaft produziert im Vakuum der unerklärten, alternativlosen Kanzlerschaft von Angela Merkel nur Retropien. „Heimat, so schön, wie die Vergangenheit nie war“ und der Einzige mit einer klaren Idee ist Macron – ein Franzose.

Vor acht Wochen noch „Cool Germany“ als Titelgeschichte im Economist – heute schon überholt – und der Manager des Jahres ist der Erste, der entlassen wird.

Es muss sich etwas ändern, damit wir unsere Rolle des Weltmeisters in Export, Moral und Fußball erhalten können und so die Marke Deutschland wieder aufladen: Deutsch sein mit neuen Spitzenleistungen aufladen und die Werte „Einigkeit, Recht und Freiheit“ neu und zeitgemäß nach vorne richten.

#RethinkGermany oder „Wer keine Vision hat, muss zum Arzt“
Sorry Helmut Schmidt, aber unser Gehirn ist mit der Komplexität, der Unsicherheit unserer Zeit, der „Post Truth-Society“ mit ihren alternativen Fakten und „Fake News“ sowie digitalen Filterblasen überfordert, und sucht nach „Cognitive Ease“, nach Kohärenz und Ordnung, einem neuen Weltbild, das Sinn macht und in das sich jeder als verbunden und nützlich hineindenken und fühlen kann. Die nationalistischen Retropien eines Trumps, Putins oder Erdogans bieten vielleicht Vereinfachung, sind aber unterkomplex, um wirklich eine zukunftsfähige Lösung in der Welt zu sein und schaden genau jenen, die sie vorgeben zu stützen. Utopien der Überwindung aller Probleme künstlicher Intelligenz, wie Singularitätsbewegungen aus dem Silicon Valley, sind zynisch und einseitig. Was wir brauchen, ist eine stimulierende, neue Zukunftsvorstellung, einen Sinn, der verändernd und motivierend auf die Gegenwart wirkt. Eine Zukunftsvorstellung, die unsere deutschen Stärken mit globalen Trends und Eliten aus Ost und West fruchtbar verknüpft. Wir müssen mit unserer Bauchnabelschau und Arroganz des Westens endlich aufhören und globale Lerngemeinschaften bilden. Uns einen neuen „Purpose“, eine neue sinnvolle Zukunft zeigen, die wirksam auf das Heute zurückführt. Vision „Germany 2030″ – das wäre ein Projekt für die nächste Kanzlerschaft, um die Marke Deutschland und unsere Identität der Zukunft neu aufzuladen. Der Gegenentwurf zu ‚America first‘ und ‚weiter so‘.

Hacking Germany: Neue Fragen stellen, statt alte zu beantworten
Wie sieht denn eine offene, neue deutsche Zukunftsvision aus? Was ist uns wichtig? Was oder wer sind wir nicht? Welche Überzeugungen müssen wir hinter uns lassen? Was bedeutet offenes, liberales Deutschsein im 21. Jahrhundert in Europa und in der Welt? Wie können wir Heimat neu denken und nicht den anti-intellektuellen Provinzlern überlassen? Wie kann deutscher Erfindergeist mehr erreichen als Zalando und Delivery Hero? Wo ist unser Alibaba?

Wann endlich kommen die digitalen Eliten aus Berlin Mitte raus und inspirieren den deutschen Mittelstand? Und arbeiten mit ihm auf Augenhöhe zusammen, anstatt sich über ihn lustig zu machen? Wie verbinden wir unsere Präzision und Disziplin mit amerikanischem Think Big und asiatischer Ganzheitlichkeit?

Das wäre mal ein Growth Hacking unseres Mindsets: Überzeugungen und Zukunft jenseits von Websites und Facebook-Optimierung.

Upgraded Mindsets, New Leaders
Es muss sich etwas ändern. Macht mal, ihr da oben, da drüben oder wo auch immer. Wo sind denn die Intellektuellen, die nicht aus den USA kommen? Wer denkt heute neu bei uns? Wer sind die neuen Leader, die uns mit ihren Visionen inspirieren? Ein Vordenker hat mal gesagt: Die Amerikaner haben Captain America und wir Europäer haben Kafka. Elon Musk will 2025 zum Mars? Und wir? Was ist unsere Idee oder Mission?

Eine Mischung aus Wagemut und Verantwortung ist vermutlich unser Weg. Wie immer geht es um die Frage: Was mache ich, um die Welt zu verändern? Der Einzige, den man ändern kann, ist man selbst. Wenn jeder von uns 80 Mio. Einwohnern, egal mit welchem Hintergrund, sich diese Frage stellt, reflektiert, neue Ideen mit seinen Freunden analog oder digital teilt und daraus persönliche oder gemeinschaftliche Aktionen startet, dann ziehen wir uns selbst – wie schon so oft – mit Fleiß und Erfindergeist am Schopfe hervor. Ohne Angst und Schuld, sondern unserer Selbst bewusst, verbunden mit der Welt, lustvoll und von innerer Freiheit und selbst gewählten Wertekanons getragen – Mit oder ohne Jogi.

Lasst uns #NewGermany neu denken und nicht Scheinprobleme auf der Ebene lösen, auf der sie entstehen. Die Lösung liegt immer hinter dem Drachen, Siegfried.

Jetzt kommt mein Zug in Mannheim an… Die nächste Welle startet jetzt.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Mehr zum Thema

#PeakGermany: Das Ende eines Mindsets

0

28.06.2018

WM-Aus, DB Ausfall, LH mit Schäden am Boden, Audi-CEO im Gefängnis, CDU-CSU, &...

 Mehr erfahren

Erfolgscodes für Marken: Vollbart und Hoodie reichen nicht

0

12.06.2018

Wie gelingt Marken der Sprung ins digitale Zeitalter, ohne sich dem Stil-Diktat ...

 Mehr erfahren

Blockchain & Bitcoins: Was bedeutet die schöne neue Welt für Marken?

0

29.11.2017

Welche Rolle spielen Marken im Business der Zukunft, wenn sich die Blockchain-Te...

 Mehr erfahren

Die Kraft der Marke: Warum sie in der Transformation unverzichtbar ist

0

28.09.2017

Gerade in Phasen extremer Belastung entfalten starke Marken ihre regulative Kraf...

 Mehr erfahren